Aktiv, nicht nur behandelt: Dr. Ulrike Vogelmann über Hirnstimulation bei Depression
Eine Expertin, die Forschung und Klinikalltag verbindet
Mit dem Thema Hirnstimulation bei Depressionen beschäftigt sich Dr. Vogelmann gleich doppelt: in der Behandlung und in der Forschung. Am Klinikum rechts der Isar leitet sie eine Station, die sich auf Hirnstimulationsverfahren spezialisiert hat.
Zusätzlich steht sie auch der Forschungsgruppe „Nicht invasive Hirnstimulation und Neuroplastizität“ vor. Zu Verfahren wie rTMS und tDCS hat sie an zahlreichen Studien mitgewirkt – ihr klinischer wie wissenschaftlicher Schwerpunkt ist dabei die Depression.
Warum kann Hirnstimulation bei Depressionen helfen?
Hirnstimulation sei, laut Dr. Vogelmann, „die dritte Säule der Therapieverfahren psychiatrischer Erkrankungen“ – neben Psychotherapie und Medikamenten. Der Gedanke dahinter: Bei einer Depression geraten bestimmte Aktivitätsmuster im Gehirn aus dem Gleichgewicht. Die transkranielle Gleichstromstimulation, kurz tDCS, arbeitet mit schwachem Gleichstrom und hilft, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen.
Hilfe für Patienten, die sonst zu lange warten
Was die renommierte Fachärztin vor allem an der Heimanwendung schätzt, ist vor allem, dass sie Patientinnen und Patienten erreicht, die sonst durchs Raster fallen würden: So bräuchten viele Menschen mit einer moderaten Depression dringend Hilfe, bekämen sie aber nicht oder erst spät. „Genau für diese Patienten ist die Evidenzlage sehr gut“, sagt die Expertin, und gerade für Berufstätige oder Menschen mit familiären Verpflichtungen sei eine Therapie zu Hause oft besonders hilfreich.
Was macht Sooma tDCS aus?
Die Behandlung mit Sooma tDCS ist zu Hause möglich: Über Kontaktpads wird ein schwacher Strom abgegeben; Eine App unterstützt den Patienten bei der Behandlung.
Wie gut das funktioniert, beschreibt Dr. Vogelmann mit einem Beispiel aus ihrem Alltag: „Bei uns können auch über 80-jährige Patienten problemlos die Sooma-App nutzen.“ Für die Klinik hat das System noch einen zweiten Vorteil – die Behandlungsdaten lassen sich über den gesamten Patientenstamm hinweg auswerten, sodass sich Therapieerfolge gut nachvollziehen lassen.
Wenn Patienten wieder selbst aktiv werden
Dr. Vogelmann setzt Sooma tDCS seit etwa 2023 ein. Was sie dabei beobachtet, betrifft nicht nur die Symptome. „Die Patienten haben das Gefühl, dass sie selbst aktiv etwas tun können“, sagt sie – und dass sie wieder Kontrolle über ihre depressiven Symptome gewinnen. Wer merkt, dass die Behandlung etwas bringt, bleibt meist auch zuverlässig dabei, und das ist bei den meisten Patienten der Fall.
Ein weiterer Weg aus der Depression
Und das ist die eigentlich gute Nachricht: Eine Depression lässt sich heute auf verschiedenen Wegen behandeln. Die tDCS kommt als schonende, medikamentenfreie Möglichkeit hinzu – eine, bei der Betroffene selbst etwas in der Hand haben, im eigenen Tempo und selbstverständlich begleitet von ihrem Behandlungsteam.
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